Neue Gesetze! Das ändert sich 2019!

Zum Jahreswechsel treten für Unternehmen wieder wichtige Gesetzesänderungen und neue Gesetze in Kraft. Was ändert sich alles für 2019? Wir fassen zusammen, wo Sie künftig entlastet oder belastet werden.

Höherer Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn wurde am 1. Januar 2019 von derzeit 8,84 Euro um 42 Cent auf 9,19 Euro brutto pro Stunde angehoben. In 2020 gibt es zusätzlich noch einen Nachschlag um 16 Cent. Arbeitgeber müssen dann mindestens 9,35 Euro brutto pro Stunde bezahlen. Im neuen Jahr steigen auch einige Branchenmindestlöhne, wie zum Beispiel in den Branchen Dachdeckerhandwerk, Elektrohandwerk, Gebäudereinigerhandwerk, bei Zeitarbeitern und in der Pflegebranche.

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt

Ab dem 1. Januar 2019 wurde der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung von 3,0 auf 2,5 Prozent gesenkt. Da Arbeitgeber und Beschäftigte den Betrag jeweils zur Hälfte tragen, werden die Betriebe um 0,25 Prozent entlastet. Die Senkung wurde durch den Gesetzgeber jedoch bis zum Ende des Jahres 2022 befristet. Ab dem 1. Januar 2023 wird er wieder um 0,1 Prozent auf 2,6 Prozent angehoben. Dieser Beitragssatz soll dann für lange Zeit gelten.

Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt

Die Beiträge zur Pflegeversicherung steigen um 0,5 Prozent auf 3,05 Prozent. Finanziert wird er je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Arbeitgeber werden also um 0,25 Prozent mehr belastet. Für Arbeitnehmer kommt der so genannte Kinderlosenzuschlag, der 0,25 Prozent ausmacht, hinzu. Diesen müssen Versicherte leisten, die keine Kinder erziehen.

Neues Gesetz zur Brückenteilzeit

Ab Neujahr haben Arbeitnehmer in Teilzeit einen Anspruch auf eine befristete Teilzeit – mit Rückkehrrecht auf die Vollzeitstelle! Das macht die neue Brückenteilzeit möglich. Vor allem Familien mit Kindern erhalten durch das neue Gesetz mehr Gestaltungsfreiheit für ihre Lebensführung, weil Arbeitnehmer auf die ursprünglich vereinbarte Arbeitszeit zurückkehren können.

Voraussetzung: Der Arbeitnehmer muss mindestens sechs Monate in einem Betrieb mit mehr als 45 Mitarbeitern beschäftigt sein. Kleinunternehmen sind von der neuen Regelung nicht betroffen. Mittelständler mit 45 bis 200 Angestellten müssen diesen Anspruch nur einem von 15 Mitarbeitern gewähren.

Mehr Geld für die betriebliche Altersvorsorge

Arbeitgeber müssen einen höheren Zuschuss zahlen, wenn sie durch die Entgeltumwandlung ihrer Mitarbeiter Sozialversicherungsbeiträge einsparen. Der Zuschuss beträgt 15 Prozent des Sparbeitrags, den die Arbeitnehmer durch Umwandlung eines Teiles ihres Gehalts in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung einzahlen. Diese Regel gilt zunächst für Neuabschlüsse ab dem 1. Januar, ab 2022 dann für alle bestehenden Verträge.

Neuer Sozialkassentarifvertrag

Für Betriebe aus dem Bauhauptgewerbe erhöhen sich die Beiträge an die Sozialkasse der Bauwirtschaft. Ab dem 1. Januar 2019 tritt ein neuer Sozialkassentarifvertrag in Kraft. Die Eckdaten:

Der Gesamtsozialkassenbeitrag steigt in den alten Bundesländern von 20,4 Prozent auf 20,8 Prozent.
In den neuen Bundesländern liegt der Beitragssatz bei 18,8 Prozent (bisher 17,2 Prozent)

Erleichterung für Fortbildungskosten

Das Qualifizierungschancengesetz macht es möglich. Betriebe erhalten mehr Zuschüsse für Weiterbildung. Damit sollen kleinere und mittlere Betriebe gefördert werden. Aber auch große Unternehmen bekommen mehr Geld, wenn sie in die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter investieren.

Steuervorteile für E-Autos und Fahrräder

Vorfahrt für E- oder Hybrid-Dienstwagen. Wer die Autos auch für private Fahrten nutzt, muss jetzt monatlich nicht mehr einen Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern, sondern nur noch die Hälfte. Ein Anreiz für Unternehmer, die Fahrzeuge bis zum 31. Dezember 2021 anschaffen oder leasen. Dagegen sind Dienstfahrräder künftig komplett steuerfrei. Bisher mussten Arbeitnehmer einen Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern, wenn der Drahtesel auch privat genutzt worden ist. Das Gesetz wurde gekippt. Freie Fahrt für Fahrräder.