„Bei aller Digitalisierung ist der Mensch das Wichtigste!“

Geschäftsführer Philipp Kadel will mit dem Projekt „Inkasso for Future“ Digitalisierung und Klimaschutz verbinden.

Buchholz in der Nordheide, 40.000 Einwohner, 36 Kilometer von Hamburg entfernt – hier ist die Drehscheibe nicht nur für das Payment und Inkasso in Norddeutschland. Digitalisierung, Automatisierung und Globalisierung sind für die DIAGONAL Gruppe Schlüsselthemen für die Zukunft. Im Interview erklärt Inhaber und Geschäftsführer Philipp Kadel wie die DIAGONAL Gruppe die Herausforderungen meistern wird. 

Ein Bild von Philipp Kadel
Philipp Kadel
Geschäftsführer DIAGONAL Gruppe

Frage: Der deutsche Mittelstand denkt in Generationen und setzt Meilensteine. Was sind Ihre Trends, damit die DIAGONAL Gruppe Fit für die Zukunft ist?

Philipp Kadel: „Die DIAGONAL Gruppe wird sich noch stärker mit dem Ausbau der hauseigenen IT-Infrastruktur und mehr Nachhaltigkeit beschäftigen. Eine unserer Stärken liegt in der Erhebung von Daten. Wir werden weiter in unsere leistungsstarke IT und in smartes Datenhandling investieren. Das ist ein Top-Trend für die DIAGONAL Gruppe, damit die Daten mit der notwenigen Sorgfalt verarbeitet werden. Die Komplexität wächst bei den Anforderungen für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Beide Themen spielen in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle, um der gesamten Handelswelt gerecht zu werden.“

 

 

Frage: Sie haben den Trend Richtung Nachhaltigkeit und umweltverträglichen Lösungen angesprochen.

Philipp Kadel: „Der Klimaschutz ist für die Mehrheit in Deutschland ein wesentlicher Aspekt. Wir werden Digitalisierung und Klimaschutz verbinden und aktiv zum Umweltschutz beitragen. Das Projekt trägt den Namen „Inkasso for Future“. Ein Beispiel: In Zukunft wird die DIAGONAL Gruppe alle Schreiben, die nicht digital zugestellt werden können, auf Graspapier ausdrucken. Der Rohstoff kommt ohne Chemie aus. Das Gras kommt von Flächen, die landwirtschaftlich nicht genutzt werden. Graspapier benötigt fast kein Wasser bei der Produktion, ein Zehntel der Energie im Vergleich zu holzbasiertem Papier und benötigt ca. 75 % weniger CO2-Emissionen als Holz. Das ist eine geeignete Alternative, auch wenn Graspapier teurer ist.“

Frage: Die DIAGONAL Gruppe ist seit vielen Jahren ein Finanz-Hub in ihrer Branche. Nun gibt es einen Trend in den USA unter dem Namen „Passion Economy“ (begeisternde Wirtschaft). Anbieter verkaufen Ihre Waren über Marktplätze mit Mehrwert direkt an Kunden. Die Plattform Shopify hat in der USA eBay als zweitgrößten Marktplatz nach Amazon abgelöst. Bietet diese Idee einen Einstieg für die DIAGONAL Gruppe zu neuen Geschäftsfeldern?

Philipp Kadel: „Wir haben Shopify intensiv beobachtet. Marktplätze gibt es viele. Shopify definiert einen Marktplatz als ein Netzwerk. Es bietet den Teilnehmern eine Reihe von Tools. Jeder Interessent klickt sich kinderleicht einen Web-Shop mit Vertriebskanälen, Marketingangeboten oder Bestandsmanagement von der Couch aus zusammen. Es handelt sich hier um ein Software-as-a-Service-Angebot aus der Cloud. Die DIAGONAL Gruppe verfügt über die IT und digitale Entwicklungen, um selbst einige cloudbasierte Lösungen anzubieten. Wir haben keine Scheu vor dem Ungewissen und Neuen, um das Gigabit-Zeitalter mit viel Freude mit zu gestalten.“

Frage: Die Digitalisierung stellt den Arbeitsmarkt vor neue Herausforderungen. Ist der Mensch nur noch ein Schmuckstück?

Philipp Kadel: „Nein. Bei aller Digitalisierung ist der Mensch das Wichtigste. Der digitale Wandel wird ein Erfolg, wenn wir Unternehmer unsere Mitarbeiter aktiv fördern und entwickeln, ihnen moderne Arbeitsplätze und zeitgemäße Arbeitsbedingungen bieten. Ein wirklich erfolgreiches Unternehmen und gelebte Menschlichkeit lassen sich nicht voneinander trennen. Wir überdenken im Dialog mit den Mitarbeitern, wie wir Arbeiten, Lernen und Führen miteinander verbinden können. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist in der DIAGONAL Gruppe nicht durch interessante Trends geprägt. Es ist die Entdeckerlust und der freie Geist und die Kreativität der Menschen in einer offenen Organisation. Mut heißt Machen, und Mut ist entscheidend für die Zukunft von Unternehmen.“