Begriffsdefinition Factoring

Begriffsdefinition Factoring

Forderungsankauf? Umsatzkongruentes Wachstum? Liquiditätszuwachs? All diese Begrifflichkeiten kommen einem Unternehmer immer mal wieder unter – und oft in Verbindung mit einem weiteren Begriff: Factoring! Lässt man all die Begriff einmal beiseite, handelt es sich dabei (vereinfacht gesagt) um eine Form der Finanzierung, die die Liquidität eines Unternehmens durch den Verkauf von offenen Forderungen steigert.

Wo Geschäfte gemacht werden, wechselt auch Geld seinen Besitzer. Im besten Fall passiert das sofort, im schlechtesten Fall muss das Forderungsmanagement greifen, um überfällige Forderungen einzubringen. Das ist im kleinen Rahmen vertretbar und mit einem guten Mahn- und Inkassowesen lassen sich viele dieser Forderungen dann auch früher oder später wieder beibringen. Wächst allerdings die Anzahl oder die Höhe der offenen Forderungen, kann das für ein Unternehmen Folgen haben. Nicht selten entstehen dadurch eigene Liquiditätsengpässe, die Wachstum verhindern oder – schlimmer noch – bis zur Insolvenz führen können. Factoring kann hier Abhilfe schaffen.

Was genau ist Factoring?

Factoring ist als eine Form der Finanzierung oder auch einfach als Bestandteil des Forderungsmanagements anzusehen. Dabei kann ein Unternehmen Forderungen verkaufen und sich somit Geldmittel verschaffen – obwohl der Kunde vielleicht nicht pünktlich zahlt. Wie genau diese Veräußerung der Forderungen aussieht, hängt natürlich von der Factoringform ab, die gewählt wird. Da gibt es inzwischen viele Möglichkeiten und es kann individuell entschieden werden, was die beste Lösung für das eigene Unternehmen ist.

Grundsätzlich kann man das Factoring jedoch mit wenigen Schritten zusammenfassen. So steht am Anfang das Geschäft zwischen Unternehmen und Kunden, bei dem Waren oder Dienstleistungen veräußert werden und eine Forderung entsteht. Diese muss abtretbar sein, damit das Factoring greifen kann. Im zweiten Schritt prüft dann der Factor die Bonität des Kunden, um das Ausfallrisiko einzuschätzen. Anschließend findet der Kauf der Forderung statt, wobei dem Unternehmen innerhalb kürzester Zeit ein vorher bestimmter Prozentsatz der Forderung überwiesen wird.

Der Factor ist dann für die Einbringung der Forderung zuständig und übernimmt, wenn nötig, auch das Inkasso. Ist die Forderung vom Factor dann vollständig eingeholt, wird im letzten Schritt der Ausstehende Teil der Forderungssumme an das Unternehmen überwiesen. Wenn jedoch 100 Prozent der Forderung wieder an das Unternehmen gehen, wie verdient dann der Factor etwas daran? Der erhebt auf Basis der ersten Zahlung eine Factoring-Gebühr und zudem Factoring-Zinsen. Wie hoch die Gebühr ist, wird vorab vertraglich festgelegt.

Wo liegt der Vorteil für Unternehmen?

Das Factoring bietet für Unternehmen viele Vorteile. Der wichtigste ist wohl aber, dass die Liquidität zu keiner Zeit durch Forderungsausfälle gefährdet ist. Ganz im Gegenteil. Es entsteht sogar ein Liquiditätszuwachs der umsatzkongruent ist. Das heißt, dass steigende Umsätze auch sofort mehr Geld in die Unternehmenskassen spülen. Und Umsätze lassen sich durch geschickte Investitionen steigern, die aus bestehenden Mitteln getätigt werden. So entsteht ein positiver Kreislauf, der nicht nur den Fortbestand eines Unternehmens sichern, sondern auch das Wachstum positiv beeinflussen kann.

Mitunter lässt sich beim Factoring sogar noch Geld fürs Unternehmen sparen, denn durch die schnell vorhandenen Geldmittel können beim Einkauf selbst Vergünstigungen wie Skonto und andere Sonderkonditionen genutzt werden. Wer hier schlau agiert, kann im besten Fall mehr Geld sparen als er über die Factoringkosten verliert. Aus diesem Grund wird das Factoring immer beliebter und gerade mittelständische Unternehmen nutzen es, um im entscheidenen Moment liquide zu sein und sich damit Vorteile gegenüber Mitbewerbern zu verschaffen, die dann eventuell wichtige Investitionen nicht tätigen können.

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